Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde

Brüdergemeinde Chemnitz

Überwinde das Böse mit Gutem!

Überwinde das Böse mit Gutem!

Die Ferien haben gerade begonnen und Jamie besuchte seine Oma. Darauf freute er sich schon seit mehreren Wochen.

Als Jamie eines Tages im Garten mit seinem neuen ferngesteuerten Auto spielte, kam der Nachbarsjunge am Zaun vorbei. Jamie bemerkte ihn erst gar nicht. Plötzlich flog eine Wasserbombe über den Zaun und traf Jamie voll am Kopf. Erschrocken fuhr er herum und sah wie sich der Junge hinter dem Zaun kaputtlachte. Wut kochte in Jamie hoch und er schwor Rache.

Wassertriefend ging er ins Haus, um sich umzuziehen und Rachepläne zu schmieden. Da begegnete ihm seine Oma und fragte nach dem Grund seines Zustandes. Jamie erzählte alles und erinnerte sich dabei, dass er im letzten Jahr schon dieselben Probleme mit diesem Jungen hatte. Wütend ging er in sein Zimmer und suchte trockene Kleidung.

Gerade als wieder nach draußen gehen wollte, rief ihn seine Oma zu Tee und Keksen. Zu Omas leckeren, selbstgebackenen Keksen konnte er nicht nein sagen. So ergab es sich, dass sein Oma ihm etwas erzählte.

"Hör mal, Jamie." wandte sie sich ihrem Enkel freundlich zu. "Ich möchte dir einmal etwas erzählen, das vor vielen Tausend Jahren geschehen ist." Jamie nahm sich zwei Kekse und machte es sich bequem. Sein Oma begann: "Es war einmal, vor langer langer Zeit, eine wunderschöne Frau. Sie hatte guten Geschmack, wusste was schön ist. Und so kam es, dass sie eines Tages auf einen Verkäufer traf, der ihr eine ganz besondere Frucht anbot und die größten Versprechen machte. Er warb so gut für diese eine Frucht, dass die Frau völlig vergaß, dass ihr verboten war davon zu essen. Dennoch nahm sie die Frucht und aß davon. Sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war. Und auch er aß davon. Das heißt, die beiden Menschen ignorierten Gottes Gebot, diese eine Frucht nicht zu essen. Sie waren ungehorsam. Oder anders ausgedrückt: böse."

Jamie rutschte auf seinem Stuhl herum. "Aber Oma, die Geschichte von Adam und Eva kenne ich doch längst." Aber Oma war noch nicht fertig und so erzählte sie weiter. "Im Verlauf der folgenden Jahre, versuchten die Menschen zu vermeiden, dass sie sich über die Erde ausbreiteten und gründeten zu diesem Zweck die Stadt Babel. Wieder waren sie ungehorsam, denn was hatte Gott gesagt?" fragte sie ihren wissenden Enkel nun. "Na ganz einfach: Seid fruchtbar, vermehrt euch und füllt die ganze Erde."

"Richtig." nickte Oma. "Die Jahre danach wurden nicht besser. Die Menschen wurden immer böser. Sie bekriegten sich und versuchten sich in dunklen Künsten. Schließlich sandte Gott eine Sintflut. Doch auch daraus lernte der Mensch nichts. Wieder und wieder versuchte Gott die Menschen auf den richtigen Pfad zu lenken. Doch immer nutzten sie ihren freien Willen, um eigene, zerstörerische Wege zu beschreiten." Jamie überlegte laut: "Also musste Gott sich mal was einfallen lassen, das nicht an den Menschen hängt oder?"

"Du hast völlig recht, Jamie. Das ist auch der Grund weshalb Gott seinen Sohn, Jesus Christus, auf die Erde schickte. Das ist der Grund warum Jesus Christus für uns starb. Er starb wegen all dem Bösen in dieser Welt. Wegen dem Bösen in mir und dir und jedem Menschen. Mit seinem guten Sohn, der niemals gesündigt hatte, besiegte Gott das Böse dieser Welt. Niemand hat jemals mehr Liebe gezeigt, als derjenige, der für dich und mich am Kreuz hing und wegen uns bestraft wurde. Aber das Schöne dabei ist, Jesus hat sich nie beschwert. Er wünscht sich nur so sehr, dass wir ihm nacheifern."

Jamie legte seinen Kopf zur Seite und meinte dann kleinlaut: "Ich glaube, ich weiß was du meinst, Oma. Ich soll dem Nachbarsjungen gegenüber Liebe zeigen, weil Jesus auch für ihn gestorben ist und ich nicht besser bin." Mit diesen Worten sprang Jamie auf und schnappte sich die Keksdose. Bevor er verschwand rief er schnell "Bin mal kurz weg, Oma."

 

tom vanbrugg