Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde

Brüdergemeinde Chemnitz

Herzlich willkommen!

Jesus kam für dich!

Jesus kam für dich!

Es ist der 23. Dezember. Die letzten Geschenke, die morgen verteilt werden sollen, erhalten noch ein paar dekorative Schleifchen und Sternchen. Alle Kinder helfen fröhlich mit.

Andreas fällt zufällig das Geschenk für Tim in die Hände. Tim ist ein Mitschüler aus seiner Klasse, der zwei Häuser weiter wohnt. Andreas hält inne und macht ein verdrießliches Gesicht. Erst bemerkt es keiner. Doch als er eine ganze Weile reglos, mit dem Geschenk in der Hand, so dasaß, wurde seine Mutter auf ihn aufmerksam und fragte ihn "Hey, Andreas. Was machst du denn auf einmal für ein Gesicht?"

"Grml" mehr war nicht zu verstehen. Mutter zog die Augenbrauen ganz verwundert hoch und bat die Mädchen einmal in ihr Zimmer zu gehen. Dann legte sie die Schere beiseite, mit der sie gerade eine Schleife zurechtgeschnitten hatte und setzte sich neben ihren Jungen. Sie legte ihre Hand behutsam auf Andreas' Schultern und fragte noch einmal. "Was ist los? Bedrückt dich etwas?" wollte sie gern wissen.

"Ach weißt du..." druckste Andreas herum "Das Geschenk hier... das soll ja für Tim sein. Und das... das sehe ich überhaupt nicht ein." grummelte er.

Seine Mutter stutzte und dachte nach. Dann ging ihr ein Licht auf. "Sag' mal, Andreas, könnte es sein, dass es etwas mit eurem Streit vom Montag zu tun hat?" Andreas hob den Kopf und schaute seine Mutter erstaunt an. So deutlich hatte er das doch gar nicht erzählt. "Naja... ich... ja. Irgendwie schon." murmelte er. "Er hat meinen coolen Vierfarbstift weggenommen und sogar kaputtgemacht. Und am Ende schimpfte die Lehrerin auch noch mich aus weil ich mit Tim deswegen stritt. Das ist einfach nicht fair. Tim hat auf keinen Fall ein Geschenk verdient." bekräftigte Andreas trotzig.

Dann saßen beide einige Minuten lang still nebeneinander. Keiner sagte etwas.

"Vor vielen Jahren" begann seine Mutter nun zu erzählen, "gab es einen Vater, der ganz stark enttäuscht worden war. Es schmerzte ihn so sehr, dass er sich etwas überlegte, um diejenigen, die ihn so sehr verletzt und zurückgewiesen hatten, dennoch zu retten. Er wollte ihnen unbedingt helfen und ihnen deutlich machen, dass er sie liebte. Und zwar trotz ihrer Ablehnung. Es ist eigentlich unbegreiflich. Aber... der Vater opferte sein einziges Kind. Dieses Kind war unschuldig. Und doch musste es den Kopf hinhalten - für die Anderen. Diese "Anderen" hatten das ganz bestimmt nicht verdient. Dennoch nahm jemand ihre Schuld auf sich. Weißt du von wem ich spreche, Andreas?"

Andreas legte den Kopf leicht zur Seite und murmelte ganz leise "Na klar... du meinst Jesus." Seine Mutter lächelte und holte eine Bibel herbei. Sie schlug das dritte Kapitel im Johannes-Evangelium auf und las den 16. Vers vor:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

"Glaubst du, dass du Tim vergeben kannst, so wie Gott uns - in seinem Sohn Jesus Christus - vergeben hat? Tim mag es nicht verdient haben aber wir haben es erst recht nicht verdient, dass Gott seinen Sohn für uns opfert."

Einen Moment lang schien Andreas zu zögern. Doch dann hellte sich seine Mine auf und er sagte frei heraus "Ja, Mami. Ich habe ihm vergeben. Und morgen werde ich ihm gleich als erstes sein Geschenk überreichen."

tg